Vorgestern, Gestern und Heute

So vieles wäre noch aufzuschreiben dagegen, es bleibt außenvor, im Notizbuch oder in einer offline-Datei weil es geheim ist (möglicherweise): Nur dies:

[Vorgestern]: Am Abend, auf dem Weg zu einem Treffen im Hinterzimmer, den Erinnerungen zu dem Geruch dieses ersten Frühlingstages hinterhergejagt und nachgegangen, der, das ist die Wahrheit, auf so viele vergangene Momente zu passen schien, das einem schier schwindelig werden konnte. Wie sich alles zusammenballte und dennoch nicht zu greifen war. Da soll man doch mal losprusten vor Lachen und Frühling, der schon am Tage zu erleben gewesen: In der Eilenriede, eine kurze Pause während der Arbeit: Ein Elektromeißel, dann Klaviere und Vögel und alles vermischt und der Verkehr noch dazu, man kann es hören.

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(Und auch am Abend: Das Licht! Die Dame im Barockenen Gewand an der Marktkirche, die Marktleute wie sie ihren Stand abbauen.)

[Gestern]: An gleicher Stelle im Wald gesessen. Zuvor bemerkt, wie geschäftig die vom Winter dünnen Krähenvögel auf der Suche nach Futter sind im toten Laub: Ein mageres Eichhörnchen läuft auch über den Weg. Es kommt jemand vorbei, während ich mit Dir telefoniere und von den hungrigen Tieren berichte, geht zunächst vorbei, als ich aufgelegt habe dreht er um und fragt mich, er würde ein Kunstprojekt machen, ob er mich fotografieren dürfte, und zwar mit diesem Stoffkaninchen, worauf er mir ein zottiges Plüschkaninchen zeigt. Ich willige ein, bin leider zu überrascht nach einer Adresse zu fragen, geschweige denn zurückzufotografieren, auch die Siezerei irritiert mich (ist nun aber wohl nicht mehr zu vermeiden). Ausgestellt werden die Bilder nicht, wenn aber jemand etwas weiß über dieses Kunstprojekt? Das Kaninchen hat wohl einmal aus versehen etwas schwarze Farbe abbekommen.

[Heute]: Mit Dings vom Dings im Teestübchen getroffen, und K. war auch dabei. Das man sich immer erst 10 Minuten wieder kennen lernen muss, wo doch die Zeit eh so knapp ist. Über Bücherschränke, Hosentaschen und Zukunftspläne gesprochen, K. zeigt noch schnell das Spiel mit den Vögeln und den Schweinen auf dem IPod und die Zeit ist schon vorrüber. Am gegenüberliegenden Tisch ein finnisches Rentner-Paar, so eine schöne Sprache obwohl der Winter ja vorbei ist nun!

das ist doch , immer sofort an irgendetwas anderes denken zu müssen als an die eigentliche arbeit [hier: zerkleinerung von verpackungsmaterial zwecks besserer zuführung zum recycling]

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und sich überlegen wie man sich zumbeispiel diese dinger anziehen könnte roboterkostüm um dann damit durch die gegend zu laufen oder ob man die mittels hitze irgendwie verformen könnte und dann etwas größeres draus zusammenbauen (den gedanken an ein floß oder mehrere die leine hinab gleich wieder verworfen aufgrund der bekannten problematik plastik und ozean) und schließlich hat das ganze (gipfelte das alles!!) zumindest in der kunstvollen errichtung eines haufens. derjenige welcher ungefähr fünf sekunden am existieren war, bevor er zur seite wegsackte.

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*[Dies sind ja bereits schon Romanfragmente (Ich schreibe dies auf, während ich hier sitze: Im Wohnzimmer des Hauses in dem ich groß geworden bin: Weit weg von all dem, was doch hier so präsent ist: Und im Radio läuft ein französischer Satelliten-Sender Jazz Radio, just to remember) und der Roman wird genau davon handeln, von dem Leben in diesem Haus [Nicht dem Haus in dem ich jetzt bin], dem englischen Haus mit dem Hinterhof in Paris und der großen Straße, die siehe oben auch in New York sein könnte, die Geschichte wird von unserem Leben dort handeln und wie wir einmal, als wir vom Wochenmarkt kamen, eine golden angemalte Lampe gekauft haben, in dem Trödelladen an der Ecke, auf dem Rückweg, und ich die Lampe in der Hand hatte, während ich mein Fahrrad schob mit der anderen Hand und Du Dein Fahrrad mit Deinen beiden Händen, (Das Fahrrad stand mein ganzes Leben vor Dir in der Garage zu diesem Haus) und ich und Du und wir uns fühlten als würden wir durch einen dieser französischen Filme laufen mit den jungen Paaren und den Sorgen die sie haben, nur das es in Farbe ist und Frühling und man alles riechen kann, auch die staubige goldene Farbe auf der Lampe, für die wir 10 Euro bezahlt haben obwohl wir sie nicht hatten. Davon wird diese Geschichte handeln.

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