dieses blog

heißt coderwelsh/synchron./ weil ich die domain coderwelsh.de mal gekauft hatte. coderwelsh.de sollte so eine seite werden wo ich über coder-kauderwelsch (ich meine es ist sogar übrigens annanähernd derselbe wortstamm), also über so nerdkram schreiben wollte. es sollten science-fiction themen werden wie z.b. transhumanismus (wenn ich das wort richtig in erinnerung), moderne möglichkeiten der fortbewegung (wie z.b. das sog. beamen) und die probleme die es mit all diesen dingen geben wird. coderwelsh.de ist nie so wirklich was geworden ausser einem entwurf, irgendwann habe ich dann hier ein blog eingerichtet. ich hatte damals den begriff der synchronizität neu entdeckt und fand natürlich beispiele an jeder straßenecke. deshalb musste es auch so heißen, alles muss schließlich irgendwie heißen, das tut es bis jetzt. es ist heute sieben jahre her.

283 (282) gedichte

wurden eingereicht beim ersten twitter – lyrikwettbewerb im deutschsprachigen raum, ich habe sie alle(!) gelesen. die meisten allerdings nur zur hälfte, aber das war vollkommen ausreichend. viele menschen halten das “gedichte schreiben” wohl für eine einfache form der literaturproduktion, was sie nicht ist. dazu hatte ich vor längerer zeit bereits mal was geschrieben.

wir wollen neue worte lesen, wenn wir lyrik sehen! und nicht: tod, staub, mondlicht, mond, morgennebel, sehnsucht, schattengestalten, nachtgedanken, ewigkeit. nicht gedichte, die ganz betroffen mit einer anklagenden frage enden. ich persönlich habe auch eine aversion gegen reime, zumal in einer so kurzen form wie sie hier vorgegeben ist. da geht vielleicht haiku (es gab ein paar) oder limerick (genau eins! es bekommt einen ehrenplatz, hier!). es wurde allerdings viel gereimt, am liebsten paar- oder kreuzweise, und selbst hier gelang es den autoren oftmals nicht, die metrik zusammenzuhalten. BoD und das literaturcafé wollen damit nun einen band füllen, wobei ich mich bereits gestern bei der auswahl fragte, wie das gehen soll, ohne die häfte der seiten mit gedichteforenquatsch zu bedrucken.

hier jedenfalls meine top 10. in der reihenfolge, wie sie nun gerade ist, die keine wertung bedeutet. drei worte (+-) habe ich jeweils dazu geschrieben, sie dienen zur begrünung.

stefan müser: winterpelz blinzelt grau (weil es mal ein schönes katzengedicht ist, ganz ohne reim.)

Imke Hinrichsen: Ich breche auf den Boden (weil es so eine unruhige ratlosigkeit hinterlässt.)

Andreas Kluck: Am schwappenden Wasser (die poesie einer sommernacht.)

Denise Cassim: Zinnie/ Ich entgräte meine (ein wenig beängstigend vielleicht, aber doch schön.)

Anita Quasigroh: Wie eine Liebeskrake (auch angst, faszination auch? hier hat mir die form gefallen, als prosa heruntergeschrieben, aber mit reim + der zuffällige (oder so gewollte/ausprobierte?) zeilenumbruch passt gut.)

Marion Kersting: Schantal das Biest (man riecht den nassen mörtel und das bier, finde ich. nebst katzenpisse natürlich.)

-drik S.: Pilzen, der Maßstab muß (das ist schön gaga, eines der zwei experimentelleren werke die mir untergekommen sind.)

Tobias Bargmann: Wie *&’ die ständig ge–/ (das ist das zweite.)

Hermann Mensing: stadtplan ich trage ein (mein unbedingter favorit: weil es drei zeilen hat, die auch so als gedicht funktionieren, obwohl die zeile automatisch umbricht, weil es seinen titel in sich trägt, die große stadt bedeutet, auf moderne möglichkeiten der orientierung sich beruft, weil new york darin vorkommt.)

mangopulpe: der nichtschlaf tränt blau (nervöser schlaf, stille, traurigkeit.)

so das war’s. wer sich jetzt missverstanden fühlt darf das gerne tun, dass hier ist nur meine willkürliche und vollkommen subjektive meinung.

alle beiträge: www.twitter-lyrik.de/mitmachen.

twitterlyrik – wettbewerb

vorab: ich habe heute, also gerade eben, alle 282 (eigentlich 283, aber eine/n twitterin/er gab es schon nicht mehr) beiträge des ersten twitterlyrik – wettbewerbs gelesen; das allermeißte ist den speicherplatz nicht wert, auf dem es dort hockt, bis in alle ewigkeit. dazu später und ausführlicher mehr, hier zunächst eine allererste hochrechnung:

die macher wollen mit ausgewählten poemen einen gedichtband herausbringen. da kommen dann bestimmt 100 seiten zusammen. ich meinerseits (name = hase) habe allerdings nur 36 druckbare gedichte gefunden. diese sind hier versammelt.

unter diesen sind 18 werke (also zufälligerweise genau die hälfte), die ich in eine engere wahl für den ersten platz ziehen würde.

daraus bastel ich dann, morgen vielleicht, meine top 10 zusammen. wenn ich entsprechend zeit finde. und übermorgen dann (möglicherweise), dementsprechend dem allgemeinwohl zugute, einige philisterhafte worte zu der ganzen veranstalltung an und pfirsich. schlammcatchen mit kreuzweisen reimen, sowas in der art.

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# Der Mann hatte tatsächlich einen beigefarbenen Mantel an, einen karierten Schal, einen Hut auf dem Kopf und einen Gehstock in der Hand. Er setzte sich seine Lesebrille auf.

# Gestern Mittag mit einem Geschäftspartner auf einen Cappu in der Markthalle gewesen.

# Happy Birthday, “Kleine Raupe Nimmersatt”!

# Die nächste Woche wird es dann wohl vorwiegend Kartoffeln geben.

# Was wollte ich noch schreiben?

(…)

(auf den ausdruck des vigilien-artikels (schon wieder), den ich gerade in der badewanne las, wozu passenderweise das einemillionste stockhausen-feature im deutschlandfunk lief und zu dem ich gleich noch kommentieren werde (link später angefügt!), ließ ich heute in der mittagspause eine hummel krabbeln, die noch ganz winterstarr auf dem rissigen bürgersteig herumkroch, um sie dann im laub unter den bäumen auf der gegenüberliegenden seite der wilhelm-busch-straße abzusetzen.)