auf der fahrt

von den expo-plaza outskirts zurück, heute: der sommerliche geruch auf der eigenen, hart verhandelten haut, währenddessen (ich) ein buch lese zur philosophie des dokumentarfilmes, eine winzigkleine spinne beobachte, die unermüdlich auf den seiten zwischen all den ziffern, all den worten herumkrabbelt. hier nun ließen sich treffliche anmerkungen zur erkenntnis, code und wahrnehmung veranstalten, die ich mir verkneife. anstattdessen, jeweils beim umblättern darauf geachtet, dass ich die kleine spinne nicht unbedachterweise in der literatur zerquetschte, sie hatte dieselbe farbe wie der druck und war dann plötzlich verschwunden. währenddessen sich zwei frauen unterhielten über das grauenvolle verlies in einem österreichischen keller, über meine buchseiten hinweg höre ich ihrem gespräch zu, ein filter liegt dazwischen jedoch.

dann am nachmittag kam doch noch der angekündigte regen, später sitze ich inmitten dessen auf dem fahrrad, wie habe ich diesen geruch vermisst von von regen gesättigtem straßenstaub, und an der ecke am klagesmarkt, dort wo die junkies immer hinpinkeln: riecht es nach jasmin.

Das ich hier so wenig schreibe

in der letzten Zeit. Liegt zum einen an einer gewissen Unlustigkeit (meinerseits), die Dinge und Alles anbetriffts. Ich habe mir neulich vorgestern einen Plan gemacht, was meine Beschäftigung mit dieser digitalen Wunderkiste und den Produkten, die dabei entstehen sollen, angeht. Dieses Blog hier kommt darin garnicht vor und für alles andere fehlt mir die Muse weil. Zum anderen liegt es an den Anforderungen der institutionalisierten Wissenschaft, die mir gerade viel Zeit abverlangen. Zumindest hier gibt es aber Ergebnisse: Mein Essay/whatsover zum Thema „Intermedialität in der digitalen Literatur“ ist ab gerade eben auf teildesexperiments onlinigerseits verfügbar. To whom it may concern.

Ente à l’orange

(vorab: regeln. und stöckchen bitte hier und hier.)

orange.gif

ohne ’68? ohne ’68 könnten mich meine eltern nicht nerven mit den geschichten zur roten punkt aktion, was für sie den klimax der revolte bezeichnet. offenbar, und immerhin. großartige sache, würde heute aber nicht mehr funktionieren. würden alle fahrrad fahren, oder taxi anstattdessen. mal abgesehen davon, dass es mich „ohne ’68“ vermutlich nicht geben würde, sind für mich die 70er jahre und hier insbesondere die ästhetik ders. prägend. ganz rudimentär etc. mein kinderzimmer war eine einzige huldigung an die farbe „orange“. der tisch das stuhl die bett (eine auf rollen montierte tür): orange. selbst die schere(n), um die es bei uns im haus immer soviel hickhack gab, ich weiss jetzt was eine solche (oder gleichwertige) schere gekostet hätte, nun ja, orange. das titelbild der dinge ist davon, also. dazu später mehr:

und dann war da noch die orangene ente von meinem vater,

mein schreiben in das netz

an allen vielfältigen stellen, an denen es passiert, ist ein einziger großer zettelkasten, der sich selbst vor dem spiegel ansieht, und er schüttelt verwundert mit den köpfen, manchmal. heute am morgen zu einer für mich ungewöhnlichen zeit aufgestanden und nach nienburg/weser gefahren. all das hat mir wohl getan heute: der wenige schlaf in der letzten nacht, ich konnte nicht aufhören mir dinge auszudenken, das frühere aufstehen (als sonst), das fahren durch die nebeligen wiesen am morgen, im zug, in dem ich eigentlich etwas über dokumentarfilme lesen wollte, aber dann immerzu nur aus dem fenster sehen konnte, auch die anerkennung, (=) meiner augenblicke, die in worte zu fassen ich imstande bin, in leeren räumen zukünftiges zu sehen auch, dass gefühl dazu zu gehören, all diese möglichkeiten, eine ganz andere art von, die aber trotzdem dazugehört. ich weiss auch: ich bin einmal auf dieses gefühl hereingefallen, es passiert nicht noch einmal. Fehler: Server nicht gefunden. diese kabelschleife auf dem foto mit der oberleitung ist natürlich selbstverständlich ein violinschlüssel, mit dem bekommt man jede geige auf. ach all diese ideen immerzu, und die zeit immerzu, die man nicht hat, die ich nicht habe, aber hätte man ich die ideen hätte man ich die zeit? dazu? neulich als ich mit dem prinz von eritrea und dem kometenentdecker levy am runden tisch gesessen. vielleicht ist ja keiner der beiden schädel der von schiller, was dann? ein violinschlüssel, der sich aus der materie heraus selbst dort manifestiert hat. das sog. lyrische ich wünscht nun eine gute nacht,

vorher sollte aber noch erwähnt werden: der nebel über der weser, und wie er das gegenüberliegende ufer im unklaren lies, über seine bestimmung, wie er sich lichtete. der nebel. das verständnis für diese landschaft, die, wie wir alle auch, zu mindestens 70% aus wasser besteht, auch wenn man ich das nicht immer gleich sieht. und wie das alles zusammenhängt mit den ungezählten bilden (ikon und index) die ich gesehen habe, [hierzu gibt es einen text der in der zukunft und gleichzeitig in der vergangenheit verborgen ist], mit denen mein gedächtnis programiert wird, beständig, mein linear strukturiertes, literarisch-geschichtlich orientiertes westliche – hemisphäre – gedächtnis – gehirn, prozessiert all diese bilder, es wird umprogramiert, es ist nun offenbar: ein partikelschwarm, man ich also dementsprechend auch, nebel, aber (so einfach) = (das alles nicht).:

“Wisse, wir alle sind nur Maiglöckchen auf den Flügeln des universellen Frosches”

als ich aus dem bus ausstieg, gegen mittag, an der haltestelle musikhochschule, war die luft, vom nahen stadtwald her, übersättigt mit chlorophyll. chlorophyll. mein schreiben in das netz, an allen vielfältigen stellen, an denen es passiert, ist ein einziger großer zettelkasten, der sich selbst vor dem spiegel ansieht, und er schüttelt verwundert mit den köpfen manchmal.

GEBRAUCSHANDLUNGS-EINWEISUNG FÜR SUPPENTOPF EWIGE

die idee gehabt, dem hungrigen chinesen einen chinesischen billigprodukten entsprechenden gebrauchsanweisungs-text einzuschreiben, unterzujubeln, (bzw. weitere dort zu verfassende texte situativ dementsprechend zu gestalten), herausgekommen ist als fingerübung dieser text zur ewigen suppe:

GEBRAUCSHANDLUNGS-EINWEISUNG FÜR SUPPENTOPF EWIGE

DIESES GEBRAUCSHANDLUNGS-EINWEISUNG FÜR SUPPENTOPF EWIGE UHRZEIT IMMER KORREKT. SONST NICHT. SIE IMMER DIENST GUARANTEE KORREKT SONST. ONLINE BESTELLUNG MOGLICHKEITEN.

a.) Suppentopf ewige auf 1/3 Flamme Gas gesondert abstellen. Alles genau. Schweinfett enthalten. Ziebel enthalten. Den Schweinbrocken schwarte, entsprechen, Verbrannt. b.) weizenkorn mithilfe volle zermahlung anreichern. ACHTUNG? der Stücke. zentrifuge. gleichschaltung. gleich Alpenmilch. c.) im Suppentopf ewige Wasser anreichern. Wasser anreichern auf Stufe nordpol sonst. d.) Flamme Gas ansaugen zu 2/3 Flamme Gas. Flamme Gas ACHTUNG? e.) Wasser anreichern zu konvertierte Dose. erbse. erbse wurst. ANDERE gemuse. ANDERE tiere moglichkeit. [Flamme Gas ACHTUNG.] f.) verdampfen Suppentopf ewige Beachtung. sogleich. mütze Suppentopf ewige auf. g.) abgleitung glutamat SALZ. abgleitung glutamat PEPFER. Rückzug Flamme Gas 1/3, h.) moglichkeit weitere sortierung (gemuse plus andere tiere moglichkeit), verschüchterung Flamme Gas. anbringung stille besinnung.