Alles alles

Wann werde ich die Zeit finden, die keep news aus dem RSS-Reader abzuarbeiten, z.Zt. habe ich ja nicht einmal dies. für die groß/kleinschreibung. bin angefüllt mit texten, und möchte eigentlich so viel, viel zu vieles vermutlich, mal wieder. gestern nach einer langen zeit wieder einmal ein referat gehalten in der akademie, trotz aller kritik, ich bin ein ganz klein wenig wieder versöhnt mit dem allen dort. dieser merkwürdige zustand, in den ich verfalle, sobald ich so etwas mache, trance, ich höre mich selber reden, habe mich aber dabei innerlich zurückgezogen ca. 10 centimeter hinter meine augen, höre mich selber reden, automatisch, so das ich beim besten willen nicht danach sagen kann, ob es gut war. meine schüchternheit wird mir oft als arroganz gedeutet, dieses ist mir aber egal, in der zwischenzeit. lass die leute denken. schreiben ist um ein vielfaches einfacher. ein dann doch relativ erfolgreiches semester abgeliefert, ich, der ewige student, aber ich habe gute gründe, die hier nur angedeutet, aber mit brief und siegel versehen sind. nun muss ich noch zwei hausarbeiten schreiben, dann ist die germanistik endlich scheinfrei und ich kann mich, wenn auch nicht voll und ganz, so aber doch in der zeit die mir neben den jobs bleibt, meiner supertollen magisterarbeit widmen. aus welcher ich freilich auch mutwillig excerptieren werde, zumindest was den einen abzuliefernden text anbetrifft.

auf dem nachhauseweg, station steintor, gerade vorhin, eine fröhliche zusammenkunft crackrauchender junkies auf den oberen stufen des treppenaufgangs. sie hatten sogar eine grosse thermoskanne glühwein auf dem geländer stehen. kann auch sein das es nur shit war.

zuvor einen vortrag, wenn man so will, zu markers „sans soleil“ gehört, der leider das, was ich mir gestern während des anschauens notierte, um keine erkenntnis zu bereichern vermochte. arroganz? ja bitte, in diesem fall, gerne. ich bin da ja eh der alte übriggebliebene mit dem bart und der cordjacke vom aldimarkt, also.

beim heute wiederholten ansehen dieses schönen dokumentarfilms(!), währenddessen leider der gitarrenverstärker, welchjeniger für den ton zuständig(!), ein bis zweimal aufgab, über eine der ersten szenen gestolpert, in welcher ein betrunkener koreanischer exilant auf einer kreuzung in den suburbs von tokyo den verkehr zu regeln sich anschickt,

und gleich an das krakeelen gestern denken müssen, um acht uhr am abend, hier vom balkon herunter, spielte sich ähnliches ab.

habe übrigens meine geschichte innenohr bei der berliner (in berlin erscheinenden) literaturzeitschrift katze untergebracht.

im schluss von „sans soleil“ heißt es:

„Eines Tages wird die Poesie von allen gemacht werden“

3 Kommentare zu “Alles alles

  1. dirk says:

    So heißt es schön. Oder bei Idensen, soll gemacht werden. Aber das wird sie längst, wurde sie immer, und ich lese das, als würden eines Tages alle, alle weinen, lachen, träumen, denken, atmen.

    Poesie ist, so halluziniere ich sehr gerne, ein Naturprodukt. Menschen (selbst sowieso Natur) haben daraus Gesellschaftsspiele gemacht, wie aus allem, was sie bemerken, und das wird nie von allen gespielt werden, denn es gibt so viele Menschen, die wollen ganz verschiedenes. Die, die spielen, spielen das Spiel und nicht Poesie, die ist nur die Münze, das Brett, der Würfel, was sie in ihren Koffer packen.

    Eines Tages wird vielleicht das Brot von allen gemacht werden. Nur nicht von Hungerkünstlern, die sind schon tot.

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